Philipp Pointner – Lübeck Sinfoniekonzert Review

REVIEW

Der Österreicher Philipp Pointner dirigierte mit klarer Zeichengebung, nahm die Musiker zurück, wenn die Solistin ausdrucksstarke Stellen hatte. Sängerfreundlich würde man das in der Oper nennen. Begonnen hatte das Konzert mit Strauss’ selten aufgeführtem Ton-Gemälde nach Shakespeares „Macbeth“. Pointner ging hier schwungvoll ins aufwühlende Geschehen. Stürmisch endete das fesselnd dargebotene Stück. Die Fortschritte des Komponisten zwischen seinen Opusnummern 11 und 23 waren unüberhörbar. Strauss hatte seine eigene Tonsprache gefunden. Prüfstein für den Dirigenten war die zweite Konzerthälfte mit der ersten Sinfonie von Brahms. Pointner analysierte die Architektur des Kopfsatzes klar. Im ruhig dahinfließenden Andante sostenuto ließ er der Musik Zeit zum Atmen, den Solostellen von Oboe, Horn und erster Geige ebenfalls. Der dritte Satz zeigte ein austariertes Gegeneinander von Streichern und Bläsern im Trio. Geheimnisvoll hingetupft leiteten die Pizzicato-Stellen das Finale ein, dessen Hauptthema bei jedem Erklingen die Hörer mehr fesselte. Eine schlüssige Wiedergabe, die auch die Qualitäten des Lübecker Orchesters in der Rotunde der MuK unter Beweis stellte. — Konrad Dittrich, ln-online.de